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Projektrisiken

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Das Ezine von Resolve Consultants und David Jakob

Resolve Business News

Ausgabe 15. Februar 2007

In dieser Ausgabe:


Kommentar
 

Ich habe einen Bruder in Neuseeland, der in der Konservierung von Tierarten sehr engagiert ist. In seinem Umfeld ist er auch sehr bekannt. Dies hat er ausgenützt, um ein neues Zentrum für Tierkonservationsmedizin zu schaffen. Mehr können Siehier und hier dazu lesen, leider nur auf Englisch.

Ich hatte ein längeres Gespräch mit ihm, und er sagte mir, dass er dieses Zentrum nicht leiten möchte, weil er einfach nicht der administrative Typ sei. Deshalb möchte er die Tatsache, dass dieses Projekt demnächst in die operative Phase übergeht, für die Überlegung benutzen, was er im nächsten Lebensabschnitt gerne machen möchte. Unser Gespräch danach befasste sich mit der (aus unserer Sicht) immer schlimmer werdenden Krankheit der Menschheit, die es anscheinend darauf abgesehen hat, sich selber und ihren Planet zum Tode zu verseuchen.

Was ist eigentlich los mit uns, dass wir uns so mit unwichtigen Sachen beschäftigen auf Kosten der ganz wichtigen? Uns ist es anscheinend wichtiger, dem Geld nachzurennen als zu schauen, über welche Leichen wir stolpern, um dieses Ziel zu erreichen. Beispiele kennen wir alle: neue Atomkraftwerke bauen ohne zu bedenken, wie wir mit dem Abfall umgehen werden; unseren giftigen Abfall nach armen Ländern zu transportieren, weil wir das Zeug nicht selber entsorgen wollen; Produkte zum günstigen Preis kaufen, welche günstig sind, weil sie von ausgebeuteten Kindern in armen Ländern produziert werden; Frauen, die von Osteuropa und anderen Ländern in die Schweiz zur Prostitution verschleppt werden und welche die Polizei zurück zum Tod sendet als illegale Einwanderer. Die Welt ist wirklich krank!

Mein Bruder und ich wollen uns stärker engagieren, um einen Beitrag zu leisten zum Bewusstsein für die vielen verhinderbaren Grausamkeiten, welche wir Menschen uns selber antun. Wie, wissen wir beide nicht. Aber als einen ersten Schritt starten wir gemeinsam eine Website, wo wir Information und Möglichkeiten zur Hilfe anbieten und bekanntmachen können. Diese Website befindet sich jetzt im Aufbau, und wir werden Sie auch darüber informieren. Wenn Sie dieses Thema auch bewegt, nehmen Sie Kontakt mit mir auf.


Projektrisiken
 

Im Zusammenhang mit Projektportfoliomanagement möchte ich in dieser Ausgabe etwas über die Projektrisiken schreiben.

Jedes Projekt ist Risiken ausgesetzt. Welche Risiken wichtig sind, ist sehr projektabhängig, aber es hat gewisse Gemeinsamkeiten, die es erlauben, verschiedene Projekte miteinander zu vergleichen. Eines davon ist, dass jedes Projekt am Anfang in die ungewisse Zukunft schaut. Dies ist am besten ersichtlich im Businessplan, wo Schätzungen über Kosten und Umsätze in der Form von Prognosen erarbeitet werden. Diese können auf besten vorhandenen Informationen basieren, und trotzdem wissen wir: es kommt auf jeden Fall anders! Und so sind die Risiken schon vorprogrammiert. Die Qualität der Arbeit hinter den Prognosen ist deshalb matchentscheidend, um das Risiko gut abzuschätzen: je schlechter gearbeitet wird, je schlechter die Qualität der Prognosen, desto grösser das Risiko, dass das Projekt ganz anders herauskommt als im Businessplan beschrieben.

Genau aus diesem Grund besteht eine der Achsen in einer Projektportfoliomanagement-Matrix aus der Bemessung von Risiken. Die zweite Achse ist der Wert, den das Projekt erbringen soll. Das schauen wir in der nächsten Ausgabe an.

Also der Zeitplan ist ein Risiko-Faktor: je länger ein Projekt braucht, desto schwieriger und ungenauer die Prognose. Ein weiterer gemeinsame Faktor besteht in der Investitionssumme: je mehr wir in ein Projektinvestieren, desto grösser der Verlust, falls das das Projekt schief lauft. Vor einiger Zeit war ich involviert in einem Softwareprojekt, welches das Ziel hatte, sämtliche Daten vom Markt und Unternehmen auf 8 verschiedene Zentren zu reduzieren. Dieses Projekt enthielt die Informationen von mehr als 60 Millionen Kunden, davon vielen Unternehmen mit diversen Standorten. Das Problem, das ich gefunden hatte: die Kunden erhielten in jedem Zentrum eine eigene Kundennummer zugewiesen, mit der Auswirkung, dass der gleiche Kunde an verschiedenen Standorten eine unterschiedliche Kundennummer hatte. Wenn dieser Kunde eine Gesamtrechnung verlangte, war es unmöglich, die Informationen zusammenzutragen. Das Projekt wurde aber weiter entwickelt und kostete ca. 16 Millionen Franken, bevor man das Projekt endgültig beerdigte. Prognostiziert waren 6 Millionen. Das ist eine Menge Geld, und deshalb war es auch schwierig, Fehler zuzugeben und früher aufzuhören. Also machte man weiter mit einem Flickwerk, um ein Problem zu lösen, das ein derartiger Basisfehler war, dass er nur mit einem neuen Projekt zu korrigieren war, das diesen Fehler nicht enthielt. Und so war ein Risiko nicht rechtzeitig erkannt; die Investitionssumme war so enorm, dass niemand aufhören wollte. Ein echtes Risiko

Es gibt auch andere gemeinsame Risiken:

  • dass es nicht den erhofften Erfolg im Markt bringt
  • dass es überholt ist, bevor das Projekt zu Ende geführt wird
  • dass die Konkurrenz es früher auf den Markt bringt
  • dass die Marktregeln vom Regulator geändert werden
  • dass die Politik Änderungen anbringt
  • dass der gesetzliche Rahmen sich ändert
  • dass das benötigte Wissen aus dem Unternehmen wegfliesst
  • dass die Umwelt nicht mitspielt
  • dass Krieg ausbricht
  • dass ein wichtiger Lieferant Verzögerungen hat
  • usw
  • usw

Im Projektportfoliomanagement geht es darum, die wichtigsten gemeinsamen Risiken, die für ein Unternehmen zutreffen, zu erkennen und diese danach in jedem Businessplan für die einzelnen Projekte zu berücksichtigen. So kann das wirkliche Risiko abgeschätzt werden und mithelfen in der Entscheidung, ob es sich lohnt, das Projekt durchzuführen oder nicht.

Die Kunst liegt nicht nur in der Bestimmung der Risikofaktoren, sondern auch in deren Bewertung: auf einer Skala von 0-10, wo befinden sich diese Faktoren aus Sicht des Unternehmens und dann für die einzelnen Projekt im Portfolio? Solche Bewertungen verlangen die Aufmerksamkeit und Mitwirkung auf Stufe Geschäftsleitung, denn diese ist verantwortlich, wenn es schief geht. Wie man die Geschäftleitung dazu bringt, sich mit diesem Thema zu befassen, werden wir in einer anderen Ausgabe anschauen.

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