Das Ezine von Resolve Consultants und David Jakob
Ausgabe 15. Dezember 2006
England ist immer ein Erlebnis für mich. Obwohl ich in diesem Land für 30 Jahre gelebt habe, gibt es nichts, welches mich dazu bewegen könnte, wieder dort zu leben. Nicht dass ich die Schweiz als mein letztes Ziel erachte, nein, - das wird irgendwo mit einem wärmeren Klima sein, - aber England ist ein abgeschlossenes Kapitel für mich. Ich war gerne dort und ich geniesse meine Besuche, aber im Gegensatz zu meiner Ex-Frau, die jetzt wieder dort wohnt - zieht mich einfach nichts an.
Schön ist es, meine Familie zu besuchen. Mein Enkel ist jetzt schon 11 Jahre alt und ein Fan von Computerspielen - da ist auch klar, was er sich für Weihnachten wünscht! Einige meiner Geschwister leben auch in England und von ihnen bekomme ich zu hören, wie sich die Politik dort ausspielt. etwa ähnlich wie in den Staaten, viele sind unzufrieden mit der Politik von Blair und seinem Meister, George W. Bush. Bei den nächsten Wahlen wird es dort wahrscheinlich auch eine Änderung in der Machtverteilung geben. Blair wird ja schon nächstes Jahr ersetzt, wahrscheinlich durch Brown, der auch begeisterter Fan der Staaten ist. Mal sehen, ob sich wirklich was ändert.
Für alle, die sich demnächst in England aufhalten werden, kann ich berichten, dass sich das Essen unglaublich verbessert hat. Schon früher konnte man - im Gegensatz zu dem, was man immer behauptet - gut essen, aber man musste es suchen. Heute ist die Konkurrenz so stark, dass sich die wenigsten leisten können, etwas Schlechtes zu servieren. Ich war sehr positiv überrascht.
Das schlimmste ist die Bahn. Obwohl die Züge in sich OK sind, kommt es mir sehr teuer vor, diese zu benutzen. Viel schlimmer ist die Tatsache, dass die Fahrpläne nicht aufeinander abgestimmt sind und dass es vorkommen kann, falls man mit unterschiedlichen Bahngesellschaften reisen muss, dass man auch mehrere Billette kaufen muss und die nicht in jedem Bahnhof erhältlich sind. Wir wissen, wie vorbildlich das Schweizer Transportsystem ist; in England wird der Unterschied dieser Politik klar vor Augen geführt.
Gibt es etwas Schlimmeres als die Vor-Weihnachtszeit? Ich glaube kaum. Es ist als ob Krieg geführt wird zwischen den Läden. Als Kunde wird man fast zu Tode geprügelt von der Menge, die sich das beste und günstigste Geschenkangebot aussucht.
Jedes Jahr wird es schlimmer. Die ersten Dekorationen fangen schon ab dem 1. November an; die Werbung im Fernsehen ermuntert Kinder, allerlei teure und oft nutzlose Geschenke dauernd zu verlangen; die Weihnachtsessen fangen immer früher an, weil sonst alles schon ausgebucht ist; von jeder Werbegeschenkfirma wird man mit Angeboten überhäuft. Obwohl wir das wissen und uns darüber ärgern, machen wir alle mit. Wieso eigentlich?
Alle, die ich darauf anspreche, sagen das gleiche: nicht schon wieder; ich freue mich, wenn es vorbei ist; nichts als Geldmacherei und niemand denkt an den wirklichen Sinn der Weihnacht; es kostet wieder ein Vermögen; usw., usw.
Warum machen wir denn eigentlich mit? Ich denke, es hat damit zu tun, dass wir Angst haben, nicht mitzumachen. Dann würden wir die andere Seite zu hören bekommen: mieser Kerl; Geizhals; Freude-Verderber; usw., usw. Und deshalb geht es weiter. Wie Ostern, welches Fest schon 2 Monate vorher in den Läden anfängt. Und das machen wir schliesslich ja auch mit.
Ich bin nicht Christ und trotzdem mache ich mit. Seit Jahren habe ich diese Festtage immer nur als Zusatzferien betrachtet, aber die Kosten fallen trotzdem an, besonders wenn man Kinder hat.
Tja, wenigstens haben wir kurze Pausen, zwischen Neujahr, Skiferien, Ostern, 1.August und Halloween, bevor es wieder mit dem Weihnachtsrummel anfängt! Schöne Festtage wünsche ich Ihnen trotz dem ganzen Rummel!
Projektportfoliomanagement II
Wie unterscheidet sich denn Portfoliomanagement von Projektmanagement, oder auch Programmmanagement?
In der letzten Ausgabe habe ich kurz beschrieben, was Projektportfoliomanagement überhaupt ist: eine Methodik zur Verwaltung einer Gruppe von Projekten. Was ist denn der Unterschied zum herkömmlichen Projektmanagement? Ganz einfach: Projektmanagement ist eine Methodik, oft mit unterstützenden Werkzeugen, um ein Projekt von Anfang bis Ende zu managen. Es wird von einem Projektleiter geführt, der die Koordinationsstelle ist für sämtliche Arbeiten, die gemacht werden müssen, um ein Projekt erfolgreich zu realisieren. Ein Programmmanager, hingegen, ist meistens verantwortlich für den Erfolg einer Gruppe von Projekten, die zusammen ein gesamtes Programm bilden. Ein klares Beispiel dafür wäre der Bau einer Wohnsiedlung, wo die Arbeiten in Phasen durchgeführt werden, aber alles hat das gleiche Ziel: die Siedlung.
Projektportfoliomanagement verfolgt ein anderes Ziel. Es befasst sich nicht mit einzelnen Projekten oder Programmen, sondern dient der Unternehmensführung dazu, Entscheide über die Realisierung und die benötigten Mittel bei den Projekt-/ Programmleitern zu treffen. Es geht also nicht darum, ein Projekt zu managen oder zu steuern, sondern um eine Unterstützung für Managemententscheidungen im strategischen Bereich.
Aus Management-Sicht ist ein Projekt nur insofern interessant, als es der Erfüllung der Unternehmensziele dient. Die Aufgaben der Geschäftsleitung sind eigentlich sehr einfach zu definieren:
- den Marktbereich der Unternehmenstätigkeiten festzulegen
- die Unternehmensziele zu definieren
- die Strategien zur Erfüllung der Unternehmensziele festzulegen
- die Mittel zur Erfüllung der Strategien zu sichern
- das operative Geschäft zu führen zur Erreichung der Ziele
- die ständige Überwachung des operativen Geschäfts, um frühzeitig Abweichungen von den definierten Zielen festzustellen und darauf zu reagieren
- die Verteilung der Mittel für das operative Geschäft
Wie gesagt, einfach zu definieren, aber nicht so einfach auszuführen. Und genau hier bietet Projektportfoliomanagement Unterstützung. Strategien zur Erreichung von Unternehmenszielen münden in Projekte. Jedes Projekt soll etwas dazu beitragen, die gesetzten Ziele zu erreichen, sei es durch Kostensparmassnahmen, Produktentwicklung oder Instandhaltung des bestehenden Geschäfts - meistens alle drei Stossrichtungen. Projekte können sich aus dieser Sichtweise gewaltig unterscheiden. Wie kann denn ein Geschäftsführer sicher sein, welche Projekte am meisten zum Erfolg der Strategien beitragen werden und welche nicht durchgeführt werden sollten? So betrachtet, unterstützt Portfoliomanagement den Budgetprozess. Aber welche Auswirkungen auf das Budget hat ein neues Projekt, welches mitten im Jahr dazu kommt und nicht verzögert werden kann (z.B. wenn eine Maschine aussteigt oder eine Naturkatastrophe stattfindet, oder eine neue Auflage von den Behörden kommt?
Auch hier bietet Projektportfoliomanagement Unterstützung. Da das Portfolio laufend durch die Rapporte der Projekt- und Programmleiter überwacht wird, kann das Portfoliomanagement-Team Szenarien erarbeiten, welche Entscheidungsgrundlagen darstellen.
Projektportfoliomanagement besteht aus zwei Teilen:
- aus einem Prozess, und
- aus unterstützenden Werkzeugen
Der Prozess beschreibt und definiert, wie die betroffenen Stellen ihren Beitrag leisten müssen, und die Werkzeuge sind die Beteiligten eingesetzten Hilfsmittel zur Erfüllung und Bewältigung der Prozessaufgaben. Ein Beispiel der Werkzeuge sind die regelmässigen Rapporte, die dem Management den nötigen Überblick liefern, um seine Entscheidungen zu unterstützen. Ein Management ohne Information kann nicht managen. Schauen Sie dazu die Politik an - oder ist das zu zynisch?
Mehr zu diesem Thema in der nächsten Ausgabe. Wenn Sie dieses Thema interessiert,
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Wir wünschen Ihnen schöne Festtage un weiterhin viel Erfolg und würden uns über jeden Feedback freuen. Die nächste Ausgabe erhalten Sie am 1. Januar 2007.
Alles Gute und bis zur nächsten Ausgabe
Ihr
David Jakob, Resolve Consultants
"Alles rund um Businessplanung und Kundenakquisition"
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